Es soll um Mut gehen, um Mut, den wir in unserer Gesellschaft wieder haben

DSC_1498.jpg
Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.
— Agenda 2030, Punkt 50

Eigentlich wollte ich hier einen Text über Fridays for Future schreiben. Es sollte um Mut gehen, um Mut, den wir in unserer Gesellschaft wieder haben. Mut zu streiten um den Klimawandel. Die Hoffnung, endlich wieder Chancen ergreifen zu wollen und nicht gelähmt zu sein von einer Angst der Chancenlosigkeit.

Ich wollte sagen wie gut es ist, dass junge Menschen auf die Straße gehen, ob am Wochenende oder während der Schulzeit. Dass sie sich interessieren für politische Themen und ihre Zukunft.

All dies wollte ich schreiben. Doch eigentlich habe ich Angst. Die Angst davor, dass die Menschen aufgeben. Dass wir junge Menschen aufgeben. Dass sie nach dem ersten Anlauf nicht die Welt verändern werden, das ist klar. Doch was ist denn eigentlich, wenn niemand sie verändern will? Wenn Protest nicht zu Veränderung führt? Wenn die Politik uns das Gefühl gibt, uns hinzuhalten statt der Hoffnung, dass echte Veränderung funktioniert? Was machen solche Erfahrungen mit dem Ehrenamt? Welches Signal hinterlässt solch eine Handhabung mit Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren? Ich mache mir große Sorgen und bin darüber sehr betrübt: Ich bin besorgt über den Umgang mit dem Ehrenamt, über den mangelnden Respekt vor dem Engagement ehrenamtlich Tätiger. Es geht mir um die über 20 Millionen Menschen in Deutschland, ohne die unser Staat und unsere Gesellschaft nicht so wunderbar agieren könnte. Ehrenamt ist gelebte Demokratie und muss gefördert werden.

Deshalb bin ich sehr dankbar. Ich finde es gut wie wir im DAV miteinander umgehen. Es ist schön zu sehen wie viel Trainer*innen, Jugendleiter*innen, Helfer*innen bei uns aktiv sind. Damit halten wir, was wir in unserer Gesellschaft wieder mehr brauchen: Menschen, die Orte zu etwas Besserem machen.

Im vergangenen halben Jahr haben sich einige Änderungen bei uns in der Jugend ergeben. Ich danke ganz herzlichst Eva Muthmann, die drei Jahre meine Stellvertreterin war. Du gehörst zu denen, die nicht nur über Veränderung und Engagement reden, sondern es auch leben. Ich fand es sehr schön, mit dir diese Jahre zusammen zu arbeiten. Wir haben gestritten, Pläne geschmiedet, Veranstaltungen organisiert, aber vor allem eine Sache gemacht: auf Augenhöhe kommuniziert. Vielen Dank dafür! Neu im Team begrüßen wir Mayank Sharma, der sich bereit erklärt hat, als Nachfolge von Eva Muthmann zu meinen Stellvertretern dazu zu stoßen.

Ich freu mich richtig auf das zweite Halbjahr 2019! Wie ihr in den Berichten lesen könnt, haben wir schon im ersten Halbjahr einige Ausfahrten gemacht: Südfrankreich, Fontainebleau, Kaunergrathütte, ... so soll es auch weitergehen. So sind wir wahrscheinlich genau jetzt in Grönland und in den Herbstferien fahren wir nach Arco und Sardinien.

Ich wünsche euch allen einen schönen Herbst und lasst uns die Generation sein, die die Chancen ergreift und sich nicht vom dogmatischen Alltag schlagen lässt!